Was wäre, wenn es doch anders wäre?

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Sehr deutlich wurde seitens des amtierenden Senats klargestellt, dass die Anwendung von Vorkaufsrechten an den Binnendeichen der Dove Elbe nichts mit der Studie zur Wideranbindung an die Tide-Elbe zu tun hat.

Nachdem sogar Behördenvertreter und Pressesprecher dies lange nicht so genau wussten, wird es jetzt von allen Regierungsbeteiligten gebetsmühlenartig wiederholt.

Gut!

Aber warum wird die Dove Elbe dann wie die Este und die Billwerder Bucht und nicht wie die Bille und ihre Nebengewässer, Harburg und alte Süderelbe behandelt?

Während für die Bille, Harburg und alte Süderelbe gilt, dass sie hinter Schleusen geschützt und Tidenfrei sind, sind alle Maßnahmen an der Dove Elbe mit Hochwasserschutz begründet.
Während an der Bille und in Harburg keinerlei Hochwasserschutz besteht und nichts der Deichordnung unterliegt, soll an der Dove Elbe alles gemäß Deichordnung hergestellt werden!

Entweder, oder! -oder?

Zu erklären ist diese willkürliche Ungleichbehandlung wirklich nur mit der festen Absicht und dem voreilenden Gehorsam die Dove Elbe wieder an die Tide anzuschließen.
Dafür gibt es schon so konkrete Pläne und Vorlagen, dass ein Scheitern nur noch politisch wahrscheinlich erscheint.
Eben diese Politik ist aber gezwungen im Dreiländerverbund mit Schleswig-Holstein und Niedersachsen auch etwas beizutragen.
Da ist es doch fein, wenn man ein wenig unnütze Natur flutet und auch noch ein wenig giftigen Schlamm aus der Tide-Elbe los wird.
Selbst das übliche Kosten schön rechnen ist schon passiert. Erst 200 Mio. EURO, dann 500 Mio. und wer einfach mal nachrechnet kommt auf mindestens 1,4  Mil. EURO.
Also alles wie immer, wenn Hamburg Projekte plant.

Die Vertreter aller wichtigen Parteien haben sich in der Region Bergedorf schon sehr deutlich von diesen Plänen distanziert. Es sind aber die Landesbetriebe und die Behörde für Umwelt und Energie, die bereits überaktiv aufräumen wollen.
Deshalb kommt es wohl auch zu so dummerhaften Wiedersprüchen bei denen auf der einen Seite des Flusses Häuser zwangsabgerissen-, während auf der andren Seite neue Häuser in den Deich gebaut werden.

Was ist, wenn es doch alles mit der Öffnung zur Tide-Elbe zu tun hat?

Aller bisherigen Präsentationen des Forums Tide-Elbe sind zwar sehr fraglich, aber haben die Machbarkeit zum Ziel.
Die Merkwürdigkeit, dass bislang nur Vorkaufsrechte auf Gebäude ausgeübt wurden die gar nicht in der Deichlinie stehen, lässt vermuten, dass man den Firmen die im Vorland stehen, Ausweichflächen anbieten können möchte. Schließlich hat das Forum Tide-Elbe ja bereits tituliert, dass während des Umbaus zum Wiederanschluss alle Betriebe am Wasser ein Jahr pausieren müssen.

Wenn das alles doch so kommt, dann ist die augenblickliche Situation mit der Ausübung des Vorkaufsrechts nur der Anfang.
Die LIG hatte sich bereits sehr weit aus dem Fenster gelehnt als es hieß, dass es in Zukunft auch direkte Kaufangebote und später Enteignungen geben wird.
Die Antwort auf die kleine Frage an den Senat beinhaltet auch schon mal einen kleinen Reminder “Das mildeste Mittel zur Schaffung der Flächenverfügbarkeit ist das Vorkaufsrecht.”

Auch das passt einfach besser zu einem fertigen Plan des Wideranschlusses als zu 100 Jahre Vorkaufen, weil es eventuell Hochwasserschutz geben könnte. In Moorfleet fiel dazu wohl schon die Begründung “Vorratskauf der Stadt”.
Solche Vorratskäufe sind gar nicht durch die Gesetze zur Ausübung des Vorkaufsrechts gedeckt und es entstünde eine immense Schadenersatzpflicht.

Die Gesetze für die Ausübung des Vorkaufsrechts verlangen schließlich auch, dass die gekauften Grundstücke in angemessener Frist ihrem neuen Zweck zugeführt werden. 100 Jahre sammeln ist damit sicherlich nicht gemeint, aber Hochwasserschutz an einem Tide-Gewässer passt sehr gut.

Das sind alles nur Vermutungen und Gedanken um die Dinge wie sie geschehen. Ich hoffe inständig, dass wenn das Monster “Öffnung zur Tide-Elbe” begraben wird, auch das wilde grundlose Einkaufen und leerstehenlassen von Häusern ein Ende hat.

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