Verkaufen unter den aktuellen Bedingungen

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Sie finden einen netten Käufer, der die grade extrem hohen Immobilienpreise bereit ist zu zahlen. …Wenn Sie noch einen Makler finden, der mit dem Wissen was passiert bereit ist seine Arbeit zu investieren um am Ende lediglich auf Basis eines Verkehrswertes die Provision zu berechnen, wenn überhaupt.

Ein Vertrag wird verhandelt und vor dem Notar unterzeichnet.

Der Notar bittet die Stadt um Freigabe des Vorkaufsrechts und bekommt die Antwort, dass die Stadt plant das Vorkaufsrecht auszuüben.

Ihr Käufer ist, im besten Fall nur entsetz.
Es ist aber eher damit zu rechnen, dass es gar keinen gibt, denn mit der Kenntnis, dass hier alles von der Stadt gekauft wird, wird sich kaum Jemand die Mühe machen.

Jetzt kommen 2 lange Monate, in denen immer mal wieder Informationen gegeben werden, Sie auch einen Anhörungsbrief schreiben dürfen, ein Gutachter vom Hamburger Gutachterausschuss zur Feststellung des Verkehrswertes kommt -und Sie sich sorgen was nun wird.

In dieser Zeit wird wohl auch deutlich, dass das Interesse der Stadt sich eigentlich nur auf den bebauten Deichgrund richtet und der Rest nicht gekauft werden soll. Zum Glück schützt das BGB hier ein wenig, denn Sie haben das Recht darauf zu bestehen, dass wie im Kaufvertrag festgeschrieben alles gekauft wird, wenn Sie sonst einen erheblichen wirtschaftlichen Nachteil hätten.

Mit Glück haben Sie so schlecht verhandelt, dass der Verkaufspreis lediglich maximal 19% über dem festgestellten Verkehrswert liegt, denn dann tritt die Stadt in den Vertrag ein. Ist das nicht der Fall wird lediglich der Verkehrswert angeboten und da man keine Alternative hat, auch nur bezahlt.

Vielleicht dürfen Sie ja als Mieter bleiben und zusehen wie die mühsam gepflegte Immobilie zerfällt, da die Stadt ja schon angekündigt hat abreißen zu wollen. Da wird es keine Schönheitsreparaturen geben oder gar Modernisierungen. Es ist sogar wahrscheinlich, dass unbewohnte Häuser sich selbst überlassen werden. Dafür gibt es bereits Beispiele in der Umgebung.

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