Gute 6 Monate Verzug wenn die LIG ausübt

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Der Makler hat gute Arbeit geleistet und ihr habt euer Haus zu einem guten Preis an einen Liebhaber der Vier und Marschlande verkauft. Gratulation!

Kommt in eurer Adresse das Wort Deich vor, oder liegt es direkt an einem solchen?

Dann wird es jetzt spannend!

Ein paar Tage nach dem Notartermin meldet sich wohl die LIG (Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen) bei euch und kündigt an das gesetzliche Vorkaufsrecht zu prüfen. Als treue Leser dieser Seiten wisst ihr ja schon längst, dass Städte und Gemeinden dieses grundsätzlich haben, auch wenn nichts davon im Grundbuch steht.

Mehr als lästig ist, dass nun erst einmal der Verkauf für 2 Monate stillsteht, denn solange braucht die LIG ein Verkehrswertgutachten erstellen zu lassen und den richtigen Entscheidungstermin zu finden. Das torpediert schon mal jegliche Planung mit dem neuen Zuhause und auch der Käufer wird vermutlich Termine für die Räumung seiner jetzigen Bleibe stornieren müssen. Ein nerviger Dominoeffekt mit vielen Betroffenen.

Die LIG interessiert sich nicht für anfallende Bereitstellungszinsen der finanzierenden Banken und auch nicht dafür, dass eventuell der Makler eine Pönale dafür berechnet, dass man einen Vertrag mit einem nicht durch ihn vermittelten Käufer machen musste.
Den Makler zahlt sie in der Regel auch nicht, wenn man das nicht wasserdicht im Kaufvertrag beschrieben hat.

Es kommt aber noch schlimmer!

Wenn die LIG die Ausübung des Vorkaufsrechts erklärt, hat man weitere 4 Wochen Zeit dem Ganzen zu wiedersprechen oder auch nicht. Jetzt sind es schon 3 Monate!

Als nächstes möchte die LIG einen notariellen Vertrag zwischen dem Verkäufer, dem Käufer und sich selbst machen. Erinnert ihr euch noch wie lange es gedauert hat, den Vertrag zu verhandeln und dann beim Notar zu unterzeichnen? Weiter 4 Wochen kann man annehmen und registrieren, dass es jetzt schon 4 Monate Verzögerung sind, die man nicht beeinflussen kann.

Heute am 20.10.2020 kann ich bestätigen, dass wie nun schon 5 Monate ergebnislos vor uns hin dümpeln. Mit Glück schreibt die LIS einmal die Woche ihre Vorstellungen und geht mit Sicherheit nicht auf die eigenen ein.

Ab dem Notartermin laufen dann die vereinbarten Zahlungsfristen, die Übergabe und alles was sonst so vereinbart wurde.

Alles das nur für einen kleinen Streifen Deichfuss und Schutzzone! Wenn kein Haus betroffen ist, geht es um ein paar Tausend Euro für die ihr eventuell sogar euren Erstkäufer verliert, weil der keine Zeit hat zu warten, oder das Grundstück mit der neuen Form und dem neuen Preis so nicht haben will.

Natürlich ist mittlerweile auch eure Bank ein wenig genervt, weil eventuelle Vorfälligkeitsentschädigungen neu berechnet werden müssen und sich ständig der Termin für die Abrechnung verschiebt, man also weiter seine Zins- und Tilgung zahlt. Eventuell sogar doppelt, wenn man schon eine neue Bleibe finanziert.

Zum Glück könnt ihr nach der Ausübungserklärung vom Verkauf zurücktreten! -Um dann mit dem nächsten Verkaufsversuch wieder von vorne anfangen zu müssen ☹.

Schließlich hat die Stadt erklärt die nächsten 100 Jahre konsequent ihre Vorkaufsrechte auszuüben. Okay, eine Regierung, die derart gegen ihre Wähler handelt, wird wohl eher 2024 in die Opposition wechseln müssen und dann kehrt hoffentlich wieder Sinn und Verstand an den Deichen ein.

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